"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seelen derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Sonntag, 8. August 2010

Der Erdbeerpflücker - Monika Feth


Der Erdbeerpflücker - Monika Feth

Als ihre Freundin Caro ermordet aufgefunden wird, schwört Jette öffentlich Rache - und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam. Er nähert sich Jette als Freund, und sie verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, mit wem sie es in Wahrheit zu tun hat.

FAZIT: Monika Feth schafft es durch den Perspektivenwechsel zwischen Mörder und Opfer bzw. Ermittler, dass der Leser unbewusst die Gefühle der jeweiligen Person nachvollzieht. Man erschrickt selbst ein bisschen, wenn man (auch nur ein ganz kleines bisschen) Verständnis für die Motive des Mörders aufbringt. Es gelingt nur sehr sehr wenigen Autoren in dieser Weise zu schreiben und doch hat Monika Feth dies geschafft, noch dazu in einem für Jugendliche geschriebenen Thriller. Die Sprache, die sie benutzt ist passenderweise einfach und klar, und für einen guten Schnellleser - mit 350 - in zwei Stunden zu lesen.
Die Handlung ist für den "geübten" Krimileser schon von Anfang an klar und doch wird bis zur letzten Seite der Spannungsbogen gehalten - ohne große Anstrengung. Für Jugendliche ein super Thriller, aber auch für Erwachsene ein netter Zeitvertreib.


3 Sterne

Freitag, 6. August 2010

Verblendung, Verdammnis, Vergebung - Stieg Larsson

Verblendung, Verdammnis, Vergebung - Stieg Larsson 

Verblendung: Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zu Tage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.
Verdammnis: Der Journalist Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.

Vergebung: Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.

FAZIT: Stieg Larsson ist mit dieser Triologie ein wahres Meisterwerk gelungen. Er hat die perfekte Mischung zwischen Mordfällen, Journalismus, Liebesgeschichtchen, interessanten Charakteren und spionageartigen Recherchen kreiert. Nach ein paar Seite ist man so in dieser Geschichte gefangen, dass man das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen kann. Stieg Larsson hat einen flüssig zu lesenden und doch nicht zu einfachen Schreibstil, der einfach nur wunderbar zum Inhalt des Buches passt.
Das erste Buch hat eine in sich geschlossene Handlung und ist meiner Meinung nach auch das Beste von allen drei. Die beiden nächsten Bücher bauen aufeinander und natürlich auch auf dem ersten auf. Das zweite ist am Handlungsreichsten, während beim dritten eher die Fäden für den letzten Kampf gezogen und ungeklärte Geheimnise gelüftet werden.
Das Ende ist zwar vorhersehbar, aber Stieg Larsson hält bis zum Schluss den Spannungsbogen aufrecht, sodass der Leser sich nie langweilt. Zwar vermisst man im dritten Buch ein bisschen eine unerwartete Wendung (für die Guten), aber ihr Fehlen mildert trotzdem nicht den Unterhaltungswert dieses Buches.
Alles in Allem ein Lesemuss, auch für Nicht-Krimi-Fans.

5 Sterne

Sonntag, 1. August 2010

Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Heinrich Böll


Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Heinrich Böll

"Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von siebenundzwanzig Jahren gegen 18:45 Uhr ihre Wohnung, um an einem privaten Tanzvergnügen teilzunehmen. Vier Tage später klingelt sie an der Wohnungstür des Kriminaloberkommisars Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe mittags gegen 12:15 Uhr in ihrer Wohnung den Journalisten Werner Tötges erschossen.."

FAZIT: Hätten wir dieses Buch nicht in der Schule bis auf die allerkleinsten Details durchgesprochen, fände ich es wahrscheinlich wirklich gut. Die Story ist aus dem Leben gegriffen, heutzutage ist sie sogar noch authentischer als in der Zeit, in der sie geschrieben wurde. Eine Geschichte mit keinem wirklichen Happy-End, aber einem tiefsinnigerem Inhalt (wie ich von unserer Deutschlehrerin erfahren durfte). Gemeint ist in diesem Buch natürlich die Bild-Zeitung und es wird aufgezeigt, wie sie mit ihren Kampagnen einen Menschen in die tiefsten Abgründe stürzen kann. Traurig, aber leider wahr.
Ein kritisierendes Buch, dass man als Schullektüre gut empfehlen kann. Aber auch für den Freizeitleser ein zu empfehlendes Buch.

3 Sterne

Mittwoch, 28. Juli 2010

Teufelsengel - Monika Feth


Teufelsengel - Monika Feth

Mona Fries. Alice Kaufmann. Ingmar Berentz. Thomas Dorau.
Vier Tote.
Vier Morde.
Vier Geheimnisse.
Niemand glaubt an einen Zusammenhang
Niemand außer Romy Berger, der jungen Volontärin beim KölnJournal. Sie beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren - und kommt einer gefährlichen Bruderschaft auf die Spur.

FAZIT: Monika Feth hat ein besonderes Talent dafür, den Spannungsbogen bis zuletzt zu halten. Zwar weiß der Leser schon sehr früh, wer der Mörder ist, doch die Autorin schafft es durch immer weiter sich klärende Details und unerwarteten Wendungen den Leser in ihrem Bann zu halten. Dieses Buch ist außerdem so geschrieben, dass man zwar auf ein gutes Ende für die Beteiligten schließen will, man sich aber nie ganz sicher ist, ob es nicht doch für den einen oder anderen tödlichen enden könnte. Das gelingt nur sehr wenigen Autoren und Monika Feth hat einen wirklich guten, weiteren Jugendthriller geschrieben, der auch durchaus von Erwachsenen gelesen werden kann.

4 Sterne

Sonntag, 25. Juli 2010

Neuste Nahrung für den SUB

Am Freitag war Flohmarkt in unserer Bibliothek. Weil ich beim Aufbauen geholfen habe und das auch der letzte Tag meines Praktikums dort war, durfte ich mir Bücher aussuchen. Und das Beste: Ich habe sie alle geschenkt bekommen!

Hier meine Errungenschaften (alle noch in fast ungelesenen Zustand):

Hardcover: 
J.M. Simmel - Hurra wir leben noch
J.M. Simmel - Im Frühling singt zum letztenmal die Lerche
Ariana Franklin - Die Totenleserin
Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher
Thomas Mann - Buddenbrooks
Antoine De Saint-Exepéry - Der kleine Prinz
Und noch ein total süßes Geschenkbuch "Born to be wild"

Taschenbuch: 
Walter Moers - Der Schrecksenmeister
Nikola Hahn - Die Farbe von Kristall
Sabine Ebert - Die Entscheidung der Hebamme
Sabine Ebert - Die Spur der Hebamme
Kai Meyer - Die Alchemistin
Stieg Larsson - Verdammnis
Stieg Larsson - Verblendung
Beate Sauer - Der Stern der Theophanu
Iny Lorentz - Die Kastratin
Iny Lorentz - Die Pilgerin
Iny Lorentz - Die Kastellanin
Diana Gabaldon - Ferne Ufer
Kerstin Gier - Die Mütter-Mafia
Khaled Hosseini  - Tausend strahlende Sonnen
Waris Dirie - Wüstenblume
Christoph Lode - Die Gesandte des Papstes
Joe Hembu - Charlie Chaplin: Seine Filme - sein Leben
Dr. Karin Kathrein - Schauspielführer: Von Aischylos bis Botho Strauß


Na, wenn das mal nicht das Super-Schnäppchen war(:

Der Junge, der in den Büchern verschwand - Philippe Claudel


Der Junge, der in den Büchern verschwand - Philippe Claudel

Eine Sammlung kleiner Geschichten, die von den Kindern erzählen. Von ihren Problemen, ihren Wünschen, ihren Fantasien. Davon, dass Kinder die Welt noch unverfälscht und liebevoll bewundern können und dass die Erwachsenen vieles verlernt haben, was man als Kind wusste. Die Geschichten machen dem Leser klar, dass es noch andere Dinge als Geld verdienen, Zeitmangel und Probleme auf der Welt gibt. Genießen, sich Zeit nehmen, nachdenken, all die Dinge tun, die einem Spaß machen. Das sind Sachen, die die meisten Erwachsenen verlernt haben. Das Buch soll unterhalten, aber auch gleichzeitig zum nachdenken anregen. Über die Art, wie wir unser Leben leben und ob wir nicht manchmal die Prioritäten anders setzten sollten.

4 Sterne

Die Flucht - Tatjana Gräfin Dönhoff/Gabriela Sperl


Die Flucht - Tatjana Gräfin Dönhoff und Gabriela Sperl

Lena Gräfin von Mahlenberg lebt seit Ende der dreißiger Jahre mit ihrer unehelichen Tochter in Berlin. Als ihr Vater erkrankt, kehrt sie auf das ostpreußische Gut ihrer Eltern zurück und übernimmt die Verwaltung des Hofes. Im Winter 1945 wagt sie mit den Gutsleuten die Flucht vor der Roten Armee. Doch nur der Weg über das gefrorene Haff führt gen Westen.

FAZIT: Anfangs ein etwas ungewöhnlicher Schreibstil, der mit der Zeit aber schnell zu dem Buch und seinem Inhalt passt. Das Thema, Flucht und Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg, finde ich nicht nur hochinteressant, sondern es betrifft mich (im weitesten Sinne) auch selbst. Mein Opa stammt aus Ostpreußen und musste mit 12 die Flucht vor der Roten Armee antreten. Allein und mit nichts als einem Fahrrad. Er hat mir das Buch auch geschenkt und ich muss sagen es kommt den Schrecken und der Angst, die die Leute damals spüren mussten sehr nahe. Mit ihrem nüchternen Erzählstil hat die Autorin eine präzise Schilderung der Fluchumstände geschaffen und zugleich eine wunderbare, aber in jenen Zeiten verbotene Liebesgeschichte präsentiert. Man ist froh, soetwas nicht miterlebt zu haben und hat Erfurcht vor den Leuten, die diese schlimme Zeit gemeistert haben. Mit vielen gut recherchierten historischen Fakten hinterlegt, ist es für geschichtlich Interessierte ein absolutes Muss.
Das Buch wurde übrigends auch verfilmt, ein Zweiteiler in der ARD. Ein sehr emotionaler Film.

4 Sterne

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