"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seelen derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Samstag, 14. August 2010

Ein Engländer in Paris - Stephen Clarke


Ein Engländer in Paris - Stephen Clarke

Paul West, ein junger Engländer, kommt für seinen neuen Job in die französische Hauptstadt und findet heraus, wie die Franzosen wirklich sind: Sie essen Unmengen Schimmelkäse, misstrauen allen, die nicht französisch sprechen, und - oui, sie küssen sich den ganzen Tag!

FAZIT: Eine grandiose Liebeserklärung an das Land des guten Essens und des guten Geschmacks. Auf wunderbar witzige und ironische Art und Weise bereitet Stephen Clarke hier die Angewohnheiten der Franzosen zu, um sie dann Stück für Stück liebevoll erklärt zu servieren. Warum Streiken ein Nationalsport ist, welchen Stellenwert "merde" in Frankreich hat und warum sich ein liebestoller Engländer nach einem "Jahr" in Frankreich in England nicht mehr zu Hause fühlt. All das und noch viel mehr stehen auf der Speisekarte der neuen Teesalons die Paul West gerne eröffnen würde. Mit was er sich noch alles rumschlagen muss und wie er das so alles bewältigt, kann man in dieser, für den Urlaub sehr gut geeigneten, Lektüre nachlesen. Witzig-spritzig und genau das richtige um sich zu erholen.

4 Sterne

Freitag, 13. August 2010

Speak German! - Wolf Schneider


Speak German! - Wolf Schneider
Warum Deutsch manchmal besser ist 

Wo befinden wir uns, wenn der Human Resources Manager den City Call auf seinem Handy beendet und den Sercive Point anstrebt? Na klar: in Deutschland natürlich. Immer mehr Menschen sind genervt von der Anglizismen-Flut, mit der Werber, Firmen, Medien unseren Alltag und unsere Sprache überschwemmen. Haben wir das wirklich nötig: all diese Anglizismen?
Diese Kernfrage versucht Wolf Schneider in seinem Buch zu beantworten. Wie es zu dieser Anglizismen-Flut kam, warum Hitler & Co. heutzutage präsenter sind als je zuvor und wie wir diesem Wahnsinn Einhalt gebieten können. Durch eingestreute Artikel aus renommierten Zeitungen zeigt er dem Leser, dass er mit seiner Meinung nicht alleine dasteht, aber gleichzeitig auch, dass zwar viel geredet, aber nicht wirklich viel gemacht wird.
Dass die Jugend eine Umgangssprache benutzt, die man ohne vorhergehende Studien nicht wirklich verstehen kann, war ja schon lange klar, aber dass nun auch die Erwachsenen eine Form des "Umgangsdeutsch's" sprechen, ist eine traurige Überraschung.
Warum Deutsche Redner vor einem Deutschem Publikum über ein Deutsches Thema in Englisch reden müssen, wird wohl für immer eine ungeklärte Frage sein, aber, dass diesem Irrsinn ein Ende gemacht werden muss, wird nach der Lektüre dieses Buches, wohl jeder Leser zustimmen.
Für deutsche Muttersprachler und diejenigen, die die Anglizismen schon lange nicht mehr sehen können eine gute Lektüre, die ihre Meinung nur noch verstärken kann.


5 Sterne

Donnerstag, 12. August 2010

Jenseits der Prärie - Jutta Besser


Jenseits der Prärie - Jutta Besser

Der in Kalifornien lebende Schauspieler Martin Hansen beschließt, aus seinem Jetset-Leben auszusteigen. Von seiner Familie entfremdet und der Kameras überdrüssig, flieht er in die unberührten Weiten von Montana. Dort begegnet ihm die deutsche Fotografin Leonie, mit der er in einer einsamen Waldhütte einschneit. Aus anfänglicher Ablehnung ensteht allmählich eine tiefe Zuneigung. Doch plötzlich erscheint Leonies Mann auf der Bildfläche. Ihre Gefühle werden auf eine harte Probe gestellt. Die Zeit für eine Entscheidung ist gekommen..

FAZIT: Jutta Besser spricht in ihrem Liebesroman einige tiefgehendere Themen an und lässt durch die geschickt verstrickte Handlung dem Leser Platz um selber nachzudenken und zu beurteilen. Beispielsweise durch den Indianer Joe, der die Misshandlung der Indianer in Amerika wieder auf leben lässt. Sie zeigt die Zustände in den "Ghettos" der Indianer und, dass ihre Weisheiten vielen der "Weißen Menschen" gut tun würden.
Außerdem fragt sich der Leser, ob die gewaltverheerlichenden Filme, in denen der Vater eine Hauptrolle spielt, den Sohn zum Missbrauch der Waffen geführt haben oder es vielleicht doch andere Gründe hatte.
Sie verleitet den Leser zu Interpretationen ihrer Geschichte und gibt ihm viele Denkanstöße, wodurch der Roman seinen Stempel "Trivialliteratur" etwas verliert. Trotzdem ist es ein schönes Unterhaltungsbuch, welches man ohne großes Nachdenken lesen kann.

3 Sterne

Mittwoch, 11. August 2010

Der Mädchenmaler - Monika Feth


Der Mädchenmaler - Monika Feth 

An die Freundin ihres neuen Mitbewohners, Ilka, kommen Jette und Merle nicht wirklich heran. Dann verschwindet sie plötzlich spurlos. Die Polizei tappt im Dunkeln. Jette beginnt, auf eigene Fast zu ermitteln - und kommt bald einem dunklen Kapitel in Ilkas Vergangenheit auf die Spur...

FAZIT: Der Fortsetzungsroman von "Der Erdbeerpflücker". Und wie auch schon in diesem, verarbeitet Monika Feth in ihrem neuen Roman ein ganz besonderes (und prisantes) Thema, nämlich Inzest. Oder netter ausgedrückt Geschwisterliebe. Wie ein Junge aus Liebe zu seiner Schwester durchdreht und sich in eine aberwitzige Traumwelt verrennt. Monika Feth lässt den Leser über ihre Meinung im Ungewissen, da das Buch beide Seiten beschönigt. Diejenige, die sagt, es ist falsch und diejenige, die fragt, warum es nicht auch zwischen Geschwistern eine Liebe geben soll, die über das normale Maß hinaus geht. Man fragt sich selbst, warum es verboten ist seinen Bruder oder seine Schwester auf eine Weise zu lieben, wie man es mit "fremden" Partnern macht. Die Autorin schafft es einmal mehr dem Leser ein Thema vor Augen zu setzten, dass einem auch nach dem Ende der Lektüre nicht gleich loslässt.
Außerdem geht sie mehr auf das Verhältnis von Jettes Mutter zur ihrer Tochter ein. Das Nicht-Loslassen-Können der Mutter, die Abnabelungsversuche der Tochter und der Kompromiss der gebildet werden muss.
Und dabei schwebt nur eins über dem Ganzen, nämlich Angst. Angst überschattet (vor allem in diesem Buch) die Handlung und verschafft diesem Buch eine düstere Stimmung.
Noch besser als "Der Erdbeerpflücker" und durchaus auch für Erwachsene geeignet.

4 Sterne

Sonntag, 8. August 2010

Der Erdbeerpflücker - Monika Feth


Der Erdbeerpflücker - Monika Feth

Als ihre Freundin Caro ermordet aufgefunden wird, schwört Jette öffentlich Rache - und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam. Er nähert sich Jette als Freund, und sie verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, mit wem sie es in Wahrheit zu tun hat.

FAZIT: Monika Feth schafft es durch den Perspektivenwechsel zwischen Mörder und Opfer bzw. Ermittler, dass der Leser unbewusst die Gefühle der jeweiligen Person nachvollzieht. Man erschrickt selbst ein bisschen, wenn man (auch nur ein ganz kleines bisschen) Verständnis für die Motive des Mörders aufbringt. Es gelingt nur sehr sehr wenigen Autoren in dieser Weise zu schreiben und doch hat Monika Feth dies geschafft, noch dazu in einem für Jugendliche geschriebenen Thriller. Die Sprache, die sie benutzt ist passenderweise einfach und klar, und für einen guten Schnellleser - mit 350 - in zwei Stunden zu lesen.
Die Handlung ist für den "geübten" Krimileser schon von Anfang an klar und doch wird bis zur letzten Seite der Spannungsbogen gehalten - ohne große Anstrengung. Für Jugendliche ein super Thriller, aber auch für Erwachsene ein netter Zeitvertreib.


3 Sterne

Freitag, 6. August 2010

Verblendung, Verdammnis, Vergebung - Stieg Larsson

Verblendung, Verdammnis, Vergebung - Stieg Larsson 

Verblendung: Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zu Tage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.
Verdammnis: Der Journalist Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.

Vergebung: Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.

FAZIT: Stieg Larsson ist mit dieser Triologie ein wahres Meisterwerk gelungen. Er hat die perfekte Mischung zwischen Mordfällen, Journalismus, Liebesgeschichtchen, interessanten Charakteren und spionageartigen Recherchen kreiert. Nach ein paar Seite ist man so in dieser Geschichte gefangen, dass man das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen kann. Stieg Larsson hat einen flüssig zu lesenden und doch nicht zu einfachen Schreibstil, der einfach nur wunderbar zum Inhalt des Buches passt.
Das erste Buch hat eine in sich geschlossene Handlung und ist meiner Meinung nach auch das Beste von allen drei. Die beiden nächsten Bücher bauen aufeinander und natürlich auch auf dem ersten auf. Das zweite ist am Handlungsreichsten, während beim dritten eher die Fäden für den letzten Kampf gezogen und ungeklärte Geheimnise gelüftet werden.
Das Ende ist zwar vorhersehbar, aber Stieg Larsson hält bis zum Schluss den Spannungsbogen aufrecht, sodass der Leser sich nie langweilt. Zwar vermisst man im dritten Buch ein bisschen eine unerwartete Wendung (für die Guten), aber ihr Fehlen mildert trotzdem nicht den Unterhaltungswert dieses Buches.
Alles in Allem ein Lesemuss, auch für Nicht-Krimi-Fans.

5 Sterne

Sonntag, 1. August 2010

Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Heinrich Böll


Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Heinrich Böll

"Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von siebenundzwanzig Jahren gegen 18:45 Uhr ihre Wohnung, um an einem privaten Tanzvergnügen teilzunehmen. Vier Tage später klingelt sie an der Wohnungstür des Kriminaloberkommisars Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe mittags gegen 12:15 Uhr in ihrer Wohnung den Journalisten Werner Tötges erschossen.."

FAZIT: Hätten wir dieses Buch nicht in der Schule bis auf die allerkleinsten Details durchgesprochen, fände ich es wahrscheinlich wirklich gut. Die Story ist aus dem Leben gegriffen, heutzutage ist sie sogar noch authentischer als in der Zeit, in der sie geschrieben wurde. Eine Geschichte mit keinem wirklichen Happy-End, aber einem tiefsinnigerem Inhalt (wie ich von unserer Deutschlehrerin erfahren durfte). Gemeint ist in diesem Buch natürlich die Bild-Zeitung und es wird aufgezeigt, wie sie mit ihren Kampagnen einen Menschen in die tiefsten Abgründe stürzen kann. Traurig, aber leider wahr.
Ein kritisierendes Buch, dass man als Schullektüre gut empfehlen kann. Aber auch für den Freizeitleser ein zu empfehlendes Buch.

3 Sterne

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