"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seelen derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Mittwoch, 25. August 2010

Der Gesandte des Papstes - Christoph Lode


Der Gesandte des Papstes - Christoph Lode

Im Jahr 1303 reist der todkranke Ritter Raoul von Bazerat im Auftrag des Papstes nach Jerusalem, im Gepäck ein altes Manuskript, das den Weg zum legendären Stab des heiligen Aononius weisen soll. Doch seine Reise ist mehr als eine harmlose Pilgerfahrt; Raoul findet sich bald im Zentrum von Intrigen und Machtkämpfen wieder. Auf der Flucht vor päpstlichen Handlangern und den Söldnern von Sultan an-Nasir schließt sich ihm die geheimnisvolle Ägypterin Jada an - und sie ist die Einzige, die ihm die Wahrheit über den mysteriösen Stab des Antonius offenbaren kann. 

FAZIT: Ein Buch, das zwar einige Überraschungen bereit hält, aber leider nicht zu den richtig Guten der Historischen Romane zählen kann. Der Schreibstil erinnert ein an Karl May, nur mit ein bisschen (viel) mehr Blut. Christoph Lode hat viel über die damaligen Lebensverhältnisse, Sitten und geschichtlichen Fakten recherchiert, weswegen das Buch an Authenzität gewinnt. Teilweise hat der Autor zu viel Fantasy einfließen lassen, was der Entwicklung des Buches nicht gut tut, wobei das Ende am meisten überrascht.
Etwas störend sind die Übergänge der Perspektivenwechsel, da der Leser manchmal nicht weiß, bei welcher Person er sich jetzt befindet, was es manchmal auch etwas unlogisch erscheinen lässt.
Als gelungen kann man die Ausführung der einzelnen Nebengeschichten der jeweiligen Figuren anführen, die alle einen eigenen, egoistischen Grund haben an das Zepter zu kommen.
Meiner Meinung nach ein Buch, das sich zwischen den Massen von Histos nicht wirklich durchsetzen kann.

3 Sterne

Sonntag, 22. August 2010

So kriege ich alles in den Griff - David Allen


So kriege ich alles in den Griff - David Allen

Ein klarer Kopf, ein organisierter Schreibtisch und eindeutige Ziele - das sind nach David Allen die besten Vorraussetzungen für einen erfolgreichen Arbeitstag. In seinem neuen Erfolgsbuch erklärt er mit Witz und Charme, wie man Dinge bewegen kann, ohne sich dabei unter Druck zu setzen oder sich stressen zu lassen. Das perfekte Buch für mehr Energie, Kreativität und Klarheit im Alltag.

FAZIT: Anfangs dachte ich noch, dass dieses Buch einem mal wieder das Blaue vom Himmel verspricht. Doch hier gibt es wirklich einmal konstruktive Tipps, mit denen man seinen Alltag ein bisschen umstrukturieren kann und Selbstmanagment erlernen kann. Sich eine Liste mit den jeweiligen Projekten zu schreiben, und den nächsten Handlungsschritt gleich dazu, einmal wöchentlich die Liste durchschauen und aktualisieren. Das ist eigentlich die Kernaussage des Buches. Ansonsten wird viel darum herumgeredet und auf sein erstes Buch verwiesen. Trotzdem sind sehr nützliche Tipps dabei, die gewürzt mit seltenen Zitaten dem Leser einen Anreiz bieten, seine Methode einmal auszuprobieren. Für Menschen, die sich ihrer überdrüssigen Gedanken entledigen wollen und dabei noch nach einer geeigneten Methode suchen.

3 Sterne

Nur die Harten kommen in den Garten - Dieter Bohlen


Nur die Harten kommen in den Garten - Dieter Bohlen 

Die ultimativen Tipps des erfolgreichsten deutschen Pop-Produzenten aller Zeiten:
  • Was kann ich von ihm lernen?
  • Was wollte man lassen?
  • Wie wird man Superstar?
Erfolg ist vielleicht vergänglich - kein Erfolg ewig. 


FAZIT: Ich war nicht sonderlich erwartungsvoll, als ich dieses Buch angefangen habe. Schließlich heißt sein Autor Dieter Bohlen. Und genau das habe ich bekommen. Irrsinnige Höhenflüge, gepaart mit Eigenlob der höchsten Sorte und dazu noch eine Prise Sprüche a lá DSDS-Casting. Der Text auf der Rückseite verspricht wohl schon aus Prinzip zu viel, denn dieses Buch ist alles andere, nur kein Ratgeber, wie man "Superstar" wird. Wer das im Sinn hat, und damit wirklich sein Geld verdienen will, ohne sich lächerlich zu machen, sollte die Finger sowieso von jeglicher Casting-Show lassen. Ganz zu schweigen von DSDS.
Gelesen habe ich das Buch, weil ich dachte, es wäre ja mal interessant seine Sicht auf die Dinge zu sehen. Ja, interessant ist es wirklich, aber auch sowas von vorausschaubar. Teilweise hätte er sogar recht. Aber es ist einfach Dieter Bohlen. Wie er auch so schön selbst sagt: "Es gibt immer zwei Meinungen: meine und die falsche." Bitte lieber Dieter, tu uns einen Gefallen. Wenn du uns schon im Fernsehen auf die Nerven gehen musst - tu das nicht auch noch mit weiteren Büchern. Das ist echt nicht zum aushalten.

0 Sterne

Wer´s glaubt, wird selig - Dieter Nuhr


Wer´s glaubt, wird selig - Dieter Nuhr

Der Glaube versetzt Berge, so sagt der Volksmund - und er hat unrecht, wie so oft. Richtig ist: Der Glaube macht, dass Menschen Horoskope lesen, sich in die Luft sprengen oder bei Vollmond Ochsen melken - wer´s glaubt, wird selig. Dieter Nuhr ist an den Hinterausgang der Welt gereist: dem Glauben auf der Spur. Und er ist zu erschütternden Ergebnissen gekommen. Zwerfellerschütternd!

FAZIT: Ein weiteres wissenschaftliches Comedy Buch, welches aber leider nicht an die vorherigen reichen konnte. Ich kenne Dieter Nuhr nur vom Hören-Sagen und muss sagen, dass es bessere gibt. Jedenfalls was das Bücherschreiben angeht. Teilweise wirklich zum Schmunzeln und die meisten Bilder sind schön (es sind auch ein paar sehr gewöhnungsbedürftige dabei), aber insgesamt kann ich nach diesem Buch nicht sagen, worum es eigentlich ging. Irgendwo am Rande bestimmt um den Glauben, und was er in der Gesellschaft für eine Rolle spielt, aber Dieter Nuhr schweifte mehr ab, als dass er wirklich darüber schrieb. Für seine Fans bestimmt ein gutes Buch, ansonsten als Erholungslektüre, zum Lesen bestimmt, nicht zum weiterbilden.

2 Sterne

Samstag, 21. August 2010

Der Schattengänger - Monika Feth


Der Schattengänger - Monika Feth

Ich liebe dich.
Ich brauche dich.
Ich werde dich kriegen.
Jettes Mutter, die bekannte Bestesellerautorin Imke Thalheim, wird von einem Stalker vefolgt. Er schreibt ihr Briefe, terrorisiert sie mit Anrufen und dringt schließich in ihr Haus ein Als sie sich ihm entzieht und für ihn unauffindbar ist, sieht er nur eine Möglichkeit, an sie heranzukommen: Er muss Jette in seine Gewalt bringen..

FAZIT: Auch Jettes vierter Fall schlägt den Leser wieder in seinen Bann. Diesmal setzt sich Monika Feth mit einem physchopathischen Stalker auseinander, der Jettes Mutter terrorisiert. Bald ist ihr ganzes Leben und Denken nur noch von diesem Mann beeinflusst. Selbst auf ihre Tochter und ihre Freundin Merle geht die Angst über. Nirgends fühlen sie sich mehr sicher, überall lauert dieser Mann mit seiner unglaublich düsteren Präsenz. Beim Lesen des Buches merkt der Leser wie gut recherchiert das ganze Benehmen eines Stalkers ist und wie gekonnt Monika Feth dies in einem Jugendthriller verarbeitet hat. Ein packender Roman, der auch wie die anderen Thriller von Monika Feth, nicht nur von Jugendlichen gelesen werden kann. Ein leichter, aber durchaus Angsteinflößender Thriller.


4 Sterne

Freitag, 20. August 2010

Zwischen Himmel und Liebe - Cecelia Ahern


Zwischen Himmel und Liebe - Cecelia Ahern

Elizabeth hat ihr Leen fest im Griff. Und sie wird auf keinen Fall loslassen, denn die Vergangenheit war viel zu schmerzhaft. Iva ist nicht von dieser Welt. Aber deswegen ist er noch lange nicht unsichtbar. Denn sehen, dass muss man wollen..

FAZIT: Cicelia Ahern schafft es immer wieder mit ihrem bezaubernden Schreibstil den Leser zu bannen, sodass dieser das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen würde. Sogar ich kriegte Gänsehaut beim Lesen dieses Buches und das, obwohl ich Liebesgeschichten eher skeptisch gegenüber stehe. Die Idee hinter diesem Buch, dass es Personen gibt, die anderen Leuten helfen, in dem sie mit ihnen befreundet sind, obwohl sie doch keine Menschen sind und nur von denen, die wirklich sehen wollen, gesehen werden, ist irgendwie magisch. Sich vorzustellen, dass es sowas vielleicht wirklich gibt, auch wenn es so irreal klingt und mit normalen Verstand eigentlich nicht zu fassen ist. Manchmal würde ich mir wünschen, daran wirklich glauben zu können.
Aber ich denke dieses Phänomen kann auch teilweise mit der Wissenschaft erklärt werden. Fantasie ist zwar nicht wirklich zu begreifen, aber sie ist doch da. Und sie kann helfen. Sie kann Menschen, die sich darauf einlassen, vor allem Kindern, helfen, mit Problemen in ihrer Umwelt umzugehen. Sie zu überwinden. Fantasie kann einen Heilungsprozess in den Menschen starten, sodass diese elementare Dinge für das Glücklichsein lernen. Ich glaube nicht, dass Menschen verrückt sind, bloß weil sie eine ausgeprägte Fantasie haben und vielleicht Dinge wahrnehmen, die andere Menschen, nicht sehen können. Denn wie sagt Cecelia Ahern so schön: Denn sehen, dass muss man wollen.
All dies hat Cecelia Ahern in ihrem Buch in eine wunderschöne Geschichte verpackt, die auf alle Fälle lesenswert ist.


4 Sterne

Mittwoch, 18. August 2010

Der Stern der Theophanu - Beate Sauer


Der Stern der Theophanu - Beate Sauer 

Im Jahr 972 wird die junge byzantinische Prinzessin Theophanu aus machtpolitischen Erwägungen mit dem Anwärter auf den deutschen Kaiserthron, dem jungen Otto II., verheiratet. Die Eingewöhnung in der neuen Heimat fällt dem jungen Mädchen aus der glänzendsten Metropole der damaligen Welt jedoch schwer, denn nicht nur in den deutschen Gefielden, sondern auch am Kaiserhof ist das Klima rau. Als Theophanu sich jedoch unverhofft und leidenschaftlich in ihren charmanten Gatten verliebt, wird ihr das Fremde vertraut: Es gelingt ihr nicht nur, den Männern, die sich ihr in den Weg stellen, und ihrer Schwiegermutter die Stirn zu bieten, sondern sie kämpft auch beherzt an der Seite Ottos um die deutsche Kaiserkrone.

FAZIT: Theophanu wurde am Anfang des Buches eine Prophezeihung gemacht: Sie muss die Krone eines großen Reiches an sich bringen ansonsten wird sie eines gewaltsamen Todes sterben. Außerdem wird einmal ein Stern am helligten Tage über den Himmel ziehen, er wird ihr helfen zu gewinnen. Nach dieser Prophezeihung wird Theophanu ihr ganzes Leben ausrichten. Dafür, dass diese Prophezeihung in der Hinsicht ganz schön ausgeschlachtet wird, ist sie am Anfang etwas zu unspektakulär aufgezogen. Aber das nur am Rande. Ansonsten ist es ein gut recherchierter Historischer Roman, der sich mit dem Deutschen Reich in der Frühzeit beschäftigt. Es ist eine gut gelungene Mischung aus wahren Tatsachen und Erfundenem, und hält einen Spannungsbogen, der sich insbesonders auf die Kämpfe bezieht, die Theophanu auszutragen hat. Manchmal zwar etwas zu große Zeitsprünge, aber wahrscheinlich geschichtlich nicht anders hinzukriegen.

4 Sterne

Bild via.

Sonntag, 15. August 2010

Anna schreibt an Mister Gott | Der kleine Prinz


Anna schreibt an Mister Gott - Fynn 
Der kleine Prinz - Antoine De Saint-Exupéry

Zwei Bücher die eine Philosophie enthalten, die für jung und alt gelten kann. Beide für Kinder geschrieben, aber sie können auch durchaus von Erwachsenen gelesen werden. Wunderschön einfach geschrieben und doch mit so viel Lebensweisheit gewürzt, wie sie nur ein alter, weiser Mann haben kann.
"Man sieht nur mit den Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" Wer kennt diese Lebensweisheit nicht. Die Geschichte vom kleinen Prinzen, so wunderbar wahr und gleichzeitig so traurig.
Oder die Briefe von Anna an ihren Mister Gott. Sie hat einen Blick auf das Leben, wie es nur kleine Kinder haben, die noch nicht verdorben sind von der Umwelt und ihren Einflüssen. Sie spiegeln eine Wahrheit wieder, die so viele Menschen heutzutage vergessen haben. Verschiedene Sichtweisen, Fragen und Antworten, die man nur mit einer beflügelten Fantasie und einem kleinen reinen Herzen geben kann.
Es sind zwei wunderbare Bücher, die zwar nicht zusammengehören, aber doch sehr gut zusammen gelesen werden können. Für all jene, die noch die Wahrheit hinter der schwarzen Welt sehen können/wollen.


jeweils 5 Sterne

Was wir uns überlegt haben zu verschiedenen Themen - Supatopcheckerbunny & Hilfscheckerbunny


Was wir uns überlegt haben zu verschiedenen Themen! - Supatopcheckerbunny & Hilfscheckerbunny 

Die Welt wird immer komplizierter und komplexer. Aber es gibt Hoffnung, denn in Wahrheit ist alles ganz einfach - zumindest wenn man das Supatopcheckerbunny und das Hilfscheckerbunny befragt. Die beiden nehmen zu den zwanzig wichtigsten Themen des Lebens Stellung, wie zum Beispiel Liebe, Verbrechen und Glaube. Eine herrlich witzige Satire über die Dinge, die Deutschland bewegen. Die Bunnies geben Ratschläge fürs Leben und sparen auch nicht mit schlauen Sprüchen. Ein zwar etwas gewöhnungsbedürftige Comedyrichtung, aber doch ganz angenehm zu lesen.

2 Sterne

Samstag, 14. August 2010

Ein Engländer in Paris - Stephen Clarke


Ein Engländer in Paris - Stephen Clarke

Paul West, ein junger Engländer, kommt für seinen neuen Job in die französische Hauptstadt und findet heraus, wie die Franzosen wirklich sind: Sie essen Unmengen Schimmelkäse, misstrauen allen, die nicht französisch sprechen, und - oui, sie küssen sich den ganzen Tag!

FAZIT: Eine grandiose Liebeserklärung an das Land des guten Essens und des guten Geschmacks. Auf wunderbar witzige und ironische Art und Weise bereitet Stephen Clarke hier die Angewohnheiten der Franzosen zu, um sie dann Stück für Stück liebevoll erklärt zu servieren. Warum Streiken ein Nationalsport ist, welchen Stellenwert "merde" in Frankreich hat und warum sich ein liebestoller Engländer nach einem "Jahr" in Frankreich in England nicht mehr zu Hause fühlt. All das und noch viel mehr stehen auf der Speisekarte der neuen Teesalons die Paul West gerne eröffnen würde. Mit was er sich noch alles rumschlagen muss und wie er das so alles bewältigt, kann man in dieser, für den Urlaub sehr gut geeigneten, Lektüre nachlesen. Witzig-spritzig und genau das richtige um sich zu erholen.

4 Sterne

Freitag, 13. August 2010

Speak German! - Wolf Schneider


Speak German! - Wolf Schneider
Warum Deutsch manchmal besser ist 

Wo befinden wir uns, wenn der Human Resources Manager den City Call auf seinem Handy beendet und den Sercive Point anstrebt? Na klar: in Deutschland natürlich. Immer mehr Menschen sind genervt von der Anglizismen-Flut, mit der Werber, Firmen, Medien unseren Alltag und unsere Sprache überschwemmen. Haben wir das wirklich nötig: all diese Anglizismen?
Diese Kernfrage versucht Wolf Schneider in seinem Buch zu beantworten. Wie es zu dieser Anglizismen-Flut kam, warum Hitler & Co. heutzutage präsenter sind als je zuvor und wie wir diesem Wahnsinn Einhalt gebieten können. Durch eingestreute Artikel aus renommierten Zeitungen zeigt er dem Leser, dass er mit seiner Meinung nicht alleine dasteht, aber gleichzeitig auch, dass zwar viel geredet, aber nicht wirklich viel gemacht wird.
Dass die Jugend eine Umgangssprache benutzt, die man ohne vorhergehende Studien nicht wirklich verstehen kann, war ja schon lange klar, aber dass nun auch die Erwachsenen eine Form des "Umgangsdeutsch's" sprechen, ist eine traurige Überraschung.
Warum Deutsche Redner vor einem Deutschem Publikum über ein Deutsches Thema in Englisch reden müssen, wird wohl für immer eine ungeklärte Frage sein, aber, dass diesem Irrsinn ein Ende gemacht werden muss, wird nach der Lektüre dieses Buches, wohl jeder Leser zustimmen.
Für deutsche Muttersprachler und diejenigen, die die Anglizismen schon lange nicht mehr sehen können eine gute Lektüre, die ihre Meinung nur noch verstärken kann.


5 Sterne

Donnerstag, 12. August 2010

Jenseits der Prärie - Jutta Besser


Jenseits der Prärie - Jutta Besser

Der in Kalifornien lebende Schauspieler Martin Hansen beschließt, aus seinem Jetset-Leben auszusteigen. Von seiner Familie entfremdet und der Kameras überdrüssig, flieht er in die unberührten Weiten von Montana. Dort begegnet ihm die deutsche Fotografin Leonie, mit der er in einer einsamen Waldhütte einschneit. Aus anfänglicher Ablehnung ensteht allmählich eine tiefe Zuneigung. Doch plötzlich erscheint Leonies Mann auf der Bildfläche. Ihre Gefühle werden auf eine harte Probe gestellt. Die Zeit für eine Entscheidung ist gekommen..

FAZIT: Jutta Besser spricht in ihrem Liebesroman einige tiefgehendere Themen an und lässt durch die geschickt verstrickte Handlung dem Leser Platz um selber nachzudenken und zu beurteilen. Beispielsweise durch den Indianer Joe, der die Misshandlung der Indianer in Amerika wieder auf leben lässt. Sie zeigt die Zustände in den "Ghettos" der Indianer und, dass ihre Weisheiten vielen der "Weißen Menschen" gut tun würden.
Außerdem fragt sich der Leser, ob die gewaltverheerlichenden Filme, in denen der Vater eine Hauptrolle spielt, den Sohn zum Missbrauch der Waffen geführt haben oder es vielleicht doch andere Gründe hatte.
Sie verleitet den Leser zu Interpretationen ihrer Geschichte und gibt ihm viele Denkanstöße, wodurch der Roman seinen Stempel "Trivialliteratur" etwas verliert. Trotzdem ist es ein schönes Unterhaltungsbuch, welches man ohne großes Nachdenken lesen kann.

3 Sterne

Mittwoch, 11. August 2010

Der Mädchenmaler - Monika Feth


Der Mädchenmaler - Monika Feth 

An die Freundin ihres neuen Mitbewohners, Ilka, kommen Jette und Merle nicht wirklich heran. Dann verschwindet sie plötzlich spurlos. Die Polizei tappt im Dunkeln. Jette beginnt, auf eigene Fast zu ermitteln - und kommt bald einem dunklen Kapitel in Ilkas Vergangenheit auf die Spur...

FAZIT: Der Fortsetzungsroman von "Der Erdbeerpflücker". Und wie auch schon in diesem, verarbeitet Monika Feth in ihrem neuen Roman ein ganz besonderes (und prisantes) Thema, nämlich Inzest. Oder netter ausgedrückt Geschwisterliebe. Wie ein Junge aus Liebe zu seiner Schwester durchdreht und sich in eine aberwitzige Traumwelt verrennt. Monika Feth lässt den Leser über ihre Meinung im Ungewissen, da das Buch beide Seiten beschönigt. Diejenige, die sagt, es ist falsch und diejenige, die fragt, warum es nicht auch zwischen Geschwistern eine Liebe geben soll, die über das normale Maß hinaus geht. Man fragt sich selbst, warum es verboten ist seinen Bruder oder seine Schwester auf eine Weise zu lieben, wie man es mit "fremden" Partnern macht. Die Autorin schafft es einmal mehr dem Leser ein Thema vor Augen zu setzten, dass einem auch nach dem Ende der Lektüre nicht gleich loslässt.
Außerdem geht sie mehr auf das Verhältnis von Jettes Mutter zur ihrer Tochter ein. Das Nicht-Loslassen-Können der Mutter, die Abnabelungsversuche der Tochter und der Kompromiss der gebildet werden muss.
Und dabei schwebt nur eins über dem Ganzen, nämlich Angst. Angst überschattet (vor allem in diesem Buch) die Handlung und verschafft diesem Buch eine düstere Stimmung.
Noch besser als "Der Erdbeerpflücker" und durchaus auch für Erwachsene geeignet.

4 Sterne

Sonntag, 8. August 2010

Der Erdbeerpflücker - Monika Feth


Der Erdbeerpflücker - Monika Feth

Als ihre Freundin Caro ermordet aufgefunden wird, schwört Jette öffentlich Rache - und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam. Er nähert sich Jette als Freund, und sie verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, mit wem sie es in Wahrheit zu tun hat.

FAZIT: Monika Feth schafft es durch den Perspektivenwechsel zwischen Mörder und Opfer bzw. Ermittler, dass der Leser unbewusst die Gefühle der jeweiligen Person nachvollzieht. Man erschrickt selbst ein bisschen, wenn man (auch nur ein ganz kleines bisschen) Verständnis für die Motive des Mörders aufbringt. Es gelingt nur sehr sehr wenigen Autoren in dieser Weise zu schreiben und doch hat Monika Feth dies geschafft, noch dazu in einem für Jugendliche geschriebenen Thriller. Die Sprache, die sie benutzt ist passenderweise einfach und klar, und für einen guten Schnellleser - mit 350 - in zwei Stunden zu lesen.
Die Handlung ist für den "geübten" Krimileser schon von Anfang an klar und doch wird bis zur letzten Seite der Spannungsbogen gehalten - ohne große Anstrengung. Für Jugendliche ein super Thriller, aber auch für Erwachsene ein netter Zeitvertreib.


3 Sterne

Freitag, 6. August 2010

Verblendung, Verdammnis, Vergebung - Stieg Larsson

Verblendung, Verdammnis, Vergebung - Stieg Larsson 

Verblendung: Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zu Tage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.
Verdammnis: Der Journalist Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.

Vergebung: Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.

FAZIT: Stieg Larsson ist mit dieser Triologie ein wahres Meisterwerk gelungen. Er hat die perfekte Mischung zwischen Mordfällen, Journalismus, Liebesgeschichtchen, interessanten Charakteren und spionageartigen Recherchen kreiert. Nach ein paar Seite ist man so in dieser Geschichte gefangen, dass man das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen kann. Stieg Larsson hat einen flüssig zu lesenden und doch nicht zu einfachen Schreibstil, der einfach nur wunderbar zum Inhalt des Buches passt.
Das erste Buch hat eine in sich geschlossene Handlung und ist meiner Meinung nach auch das Beste von allen drei. Die beiden nächsten Bücher bauen aufeinander und natürlich auch auf dem ersten auf. Das zweite ist am Handlungsreichsten, während beim dritten eher die Fäden für den letzten Kampf gezogen und ungeklärte Geheimnise gelüftet werden.
Das Ende ist zwar vorhersehbar, aber Stieg Larsson hält bis zum Schluss den Spannungsbogen aufrecht, sodass der Leser sich nie langweilt. Zwar vermisst man im dritten Buch ein bisschen eine unerwartete Wendung (für die Guten), aber ihr Fehlen mildert trotzdem nicht den Unterhaltungswert dieses Buches.
Alles in Allem ein Lesemuss, auch für Nicht-Krimi-Fans.

5 Sterne

Sonntag, 1. August 2010

Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Heinrich Böll


Die verlorene Ehre der Katharina Blum - Heinrich Böll

"Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von siebenundzwanzig Jahren gegen 18:45 Uhr ihre Wohnung, um an einem privaten Tanzvergnügen teilzunehmen. Vier Tage später klingelt sie an der Wohnungstür des Kriminaloberkommisars Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe mittags gegen 12:15 Uhr in ihrer Wohnung den Journalisten Werner Tötges erschossen.."

FAZIT: Hätten wir dieses Buch nicht in der Schule bis auf die allerkleinsten Details durchgesprochen, fände ich es wahrscheinlich wirklich gut. Die Story ist aus dem Leben gegriffen, heutzutage ist sie sogar noch authentischer als in der Zeit, in der sie geschrieben wurde. Eine Geschichte mit keinem wirklichen Happy-End, aber einem tiefsinnigerem Inhalt (wie ich von unserer Deutschlehrerin erfahren durfte). Gemeint ist in diesem Buch natürlich die Bild-Zeitung und es wird aufgezeigt, wie sie mit ihren Kampagnen einen Menschen in die tiefsten Abgründe stürzen kann. Traurig, aber leider wahr.
Ein kritisierendes Buch, dass man als Schullektüre gut empfehlen kann. Aber auch für den Freizeitleser ein zu empfehlendes Buch.

3 Sterne

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