"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seelen derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Samstag, 10. Dezember 2011

Elf Minuten - Paulo Coelho


Elf Minuten - Paulo Coelho

Wie berührt man die Seele? Durch Liebe oder durch Lust? Kann man die Seele wie einen Körper berühren und umgekehrt? Ein provozierendes modernes Märchen über die Alchimie der Liebe.

FAZIT: Nein, dies ist kein Buch über Sex, auch wenn es vielen Lesern wohl so scheinen mag. Im Großen und Ganzen geht es um ein kleines Mädchen, das sich nach ihrem Traumman sehnt, aber vor allem will sie eines erfahren: Liebe. Sie will Abenteuer und neue Erfahrungen und geht deswegen in ein fremdes Land, in welchem sie weder einen Job hat, noch dessen Sprache kennt. Doch sie ist intelligent und sie hat ein Ziel vor Augen. Sie will als erfolgreiche Frau zurückkehren, die nicht nur genug Geld hat, um nun ihre Familie zu versorgen, sondern die auch noch das gefunden hat, was den meisten in ihrem Land verwehrt blieb: die wahre Liebe. So gerät sie in den Strudel des Lebens und schreibt ihre Eindrücke in wahrhaft poetischen Bildern in ihr Tagebuch. Und irgendwann lehrt sie ein Maler und das Leben, dass es diese "Elf Minuten" und dass es Sex gibt. Wo genau der Unterschied liegt, in wie weit wir Menschen uns für die Liebe öffnen müssen, wie sie unser Leben bereichert und vervollkommt und welche Gradwanderungen sich zwischen der Liebe und dem Sex ergeben, das erzählt uns Paulo Coelho in diesem kleinen Schatzkästchen.

5 Sterne

Elf Minuten - Paulo Coelho

"Die Achterbahn ist wie mein Leben, und das Leben ist ein starkes, berauschendes Spiel. Leben heißt mit einem Fallschirm abspringen; Leben heißt etwas riskieren, hinfallen und wieder aufstehen; Leben ist wie Steilwandklettern, es bedeutet, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis man den eigenen Gipfel erklommen hat."

"Gewisse Menschen sind dazu geboren, das Leben alleine zu bewältigen, das ist weder gut noch schlecht, c'est la vie. Maria ist einer dieser Menschen."

"Sie lernt sehr schnell: Nur die Stärksten überleben. Um stark zu sein, muß man die Beste sein, daran gibt es nichts zu deuteln."

"Vielleicht rettet es mich und dich und bringt uns beide zurück ins Leben."

"Ich würde mich gern für das bei ihm revanchieren, was er für mich getan hat. Ich habe lange nachgedacht und herausgefunden, daß ich nicht zufällig in dieses Café gegangen bin; die wichtigsten Begegenungen sind von den Seelen abgemacht, noch bevor die Körper sich sehen. Im allgemeinen ereignen sich diese Begegnungen, wenn wir an eine Grenze gelangen, wenn wir emotional sterben und wiedergeboren werden müssen. Die Begegnungen warten auf uns, aber meistens versuchen wir zu verhindern, daß sie sich ereignen. Wenn wir verzweifelt sind und nichts mehr zu verlieren haben oder wenn wir begeistert sind, dann manifestiert sich das Unbekannte, und unser Universum ändert seine Wegrichtung.
Alle können lieben, denn sie wurden mit dieser Gabe geboren. Einige Menschen lieben von Anfang an richtig, aber die meisten müssen es erst wieder lernen, müssen sich daran erinnern, wie man liebt, und ausnahmslos alle müssen auf dem Scheiterhaufen ihrer vergangenen Gefühle brennen und Freuden und Schmerzen, Höhen und Tiefen wiedererleben, bis sie den roten Faden erkennen, der unserer Begegnungen miteinander verknüpft; ja, es gibt diesen roten Faden.
Und dann lernen die Körper die Sprache der Seele: Sex. Damit kann ich mich bei dem Mann revanchieren, der mir meine Seele zurückgegeben hat, obwohl er nicht weiß, wie wichtig er für mein Leben geworden ist. Er hat mich darum gebeten, und ich werde es ihm geben; ich möchte, daß er sehr glücklich wird."

Ich. darf. nicht. schlafen. - S. J. Watson


Ich. darf. nicht. schlafen. - S. J. Watson

Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst.
Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst - alles über Nacht ausradiert.
Es gibt nur eine Person, der du vertraust.
Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

FAZIT: Ein packender und wirklich durchweg spannender Thriller, der selbst dem geübten Genre-Leser nicht vorher offenbart, wie die Lösung des Rätsels ist. Man hat zwar so seine Vermutungen, aber doch sind diese nur zum Teil richtig. Auf jeden Fall ist es ein Buch, das man kaum aus der Hand legen möchte. Und allein schon die Idee lässt einen gar nicht mehr los: Wie ist es, wenn man jeden Morgen aufwacht und nicht weiß wer man ist geschweige denn, neben welchen Mann und in welchem Haus man aufgewacht ist. Wie kann man so noch ein menschenwürdiges Leben führen - und ist man nicht ein leichtes Opfer für all die Menschen, die uns jeden Tag eine neue Version der Vergangenheit erzählen können?
Ein Thriller, der diesmal ohne großes Blutvergießen und viele Morde auskommt, dafür aber umso härter die Psyche angreift. Was sind wir noch, ohne unsere Erinnerungen?
Sehr sehr spannend, bis in die letzte Seite, auch, wenn die Auflösung am Ende ein bisschen unklar wirkt, es tut dem Buch keinen besonders großen Abbruch.

5 Sterne

Sonntag, 30. Oktober 2011

Glück hinterlässt keine Narben. Aus Frieden lernen wir nicht viel.

"Das ist traurig! Es ist traurig, wenn jemand für Zuneigung zu solchen Mitteln greifen muss. Normale, glückliche Kinder sollten das nicht tun müssen. Normale Eltern sollten das bemerken. Wieso habe ich das all die Jahre nicht bemerkt? Weshalb gehe ich dauernd wie ein Versicherungsvertreter stolz mit meinen Wunden hausieren, statt mir gebührend leid zu tun?"

"So ist er, der ewige Teufelskreis. Wir achten alle nicht genug aufeinander. WIr lassen uns zu schnell von abwinkenden Händen und schiefem Grinsen und schlechten Witzen überreden, dass alles in Ordnung ist. Und glauben, dass alles in Ordnung ist. Bis irgendwann die Seele ihre fünfzehn Minuten Ruhm einfordert, und dann geht nichts mehr. Denn die Seele will mehr als den kleinen Finger. Sie will alles. Und bekommt alles. [...]
Ich kann das nicht heilen. Ich muss lügen, denn Angst ist sehr wohl schlimm. Angst ist das Gruseligste, was mir in meinem Leben je passiert ist, und ich möchte nicht, dass sie je wiederkommt. Angst raubt einem den Atem. Man kann nicht einmal weinen. Evolutionär betrachtet, muss man angesichts einer großen Bedrohung konzentriert sein. Tränen würden einem nur die Sicht verschleiern. Man muss aber sehen können, wenn man Angst hat, denn man muss sich schnellstmöglich in Sicherheit bringen. Nur, dass man in unserem Fall nicht weg kann. Man rennt immer nur gegen die eignenen Schädelwände."

Mängelexemplar - Sarah Kuttner

Samstag, 29. Oktober 2011

Das Labyrinth der Träumenden Bücher - Walter Moers



Das Labyrinth der Träumenden Bücher - Walter Moers

Hildegunst von Mythenmetz, der größte Schriftsteller Zamoniens, suhlt sich auf der Lindwurmfeste in seinem Erfolg. Da erreicht in ein mysteriöses Schreiben, das ihn verlockt, nach Buchhaim, der "Stadt der Träumenden Bücher", zurückzukehren. Dort trifft er auf eine neuerbaute Stadt, die vor Leben rund um das Buch nur so vibriert. Und er begegnet alten Bekannten, aber auch neuen Phänomenen und Wundern der Stadt. Librinauten und dem Biblionismus, Qualmoiren und dem Buchwein, sowie vor allem den obskuren Puppettisten, dem faszinierenden Puppaecircus Maximus und dem geheimnisvollen Maestro Corodiak.

FAZIT: Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, war mir nicht bewusst, dass Walter Moers beschlossen hatte es (aufgrund der gewaltigen Prosa von Hildegunst von Mythenmetz) in zwei Teile aufzuspalten. (Diese Technik scheint heutzutage sehr beliebt zu sein, vor allem in der Filmindustrie, warum auch immer - Walter Moers sei es jedoch verziehen, sein Werk ist wenigstens gut und bis zu letzten Seite spannend). Jedenfalls dachte ich noch auf den letzten paar Seiten, dass jetzt das große, das einzige und überaus spannende Geheimnis gelüftet wird. Außerdem wunderte ich mich selbst auf der letzte Seite noch darüber, dass dieses Buch "Das Labyrinth .." hieß, jedoch kein einziges Mal das Labyrinth darin vorkommt. Aber Walter Moers hat es mal wieder geschafft, dass man ihm nicht böse sein kann und gespannt auf das dritte Buch über Zamoniens bekanntesten Dichter wartet. Trotz vielseitiger Ausführungen über den Puppetismus, der hier so gut wie den größten Stellenwert einnimmt (inklusive gekonnte Parodisierung bekannter Menschen und Theater- sowie Kultumstände in unserer Welt) liest sich das Buch in gewohnter Manier sehr flüssig und ist eigentlich kaum aus der Hand zu legen. Spannend wie eh und je wird Hildegunst von Mythenmetz' Weg durch Buchhaim beschrieben und lässt den Leser alles bildlich vor seinem inneren Auge entstehen. Auch, wenn dieses Buch nur auf das nächste heiß machen soll, sollte jeder Leser, der etwas auf sich hält, sollte schnellstmöglichst in die Buchhandlung seines Vertrauens rennen und es sich kaufen. Es lohnt sich!

5 Sterne

Samstag, 17. September 2011

Mittwoch, 7. September 2011

Harold - Einzlkind

"Er hat nie ein besonderes Faible für Menschen gehabt..."

"Realität ist grundsätzlich eine Lüge."

Montag, 8. August 2011

Tausend strahlende Sonnen - Khaled Hosseini


Tausend strahlende Sonnen - Khaled Hosseini

Mariam ist 15 Jahre alt, als sie aus der Provinz nach Kabulk geschickt und mit dem dreißig Jahre älteren Schuhmacher Raschid verheiratet wird. Jahre später kommt die Familie der Nachbarstochter Laila bei einem Bombenangriff ums Leben. Laila bleibt keine Wahl: Sie wird Raschids Zweitfrau. Das anfängliche Misstrauen zwischen Mariam und Laila weicht einer tiefen Freundschaft. Bald wehren sie sich gemeinsam gegen Raschids Brutalität. Während der Taliban-Herrschaft überstehen sie Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt - und ihre Stärke wächst ins schier Übermenschliche.

Nicht zu zählen sind die Monde, die auf ihren Dächern schimmern, 
noch die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken.

FAZIT: Ein wirklich berührender Roman über zwei Frauen, die es in einer der frauenfeindlichsten Regionen der Welt schaffen, sich zu behaupten. Ihre Schicksale werden mit detaillierten Wünschen, Sehnsüchten und Ängsten ausgeführt, die es bewunderswert erscheinen lassen, dass ein Mann so genau das Innenleben einer Frau wiedergeben kann. Außerdem zeigt er ihre innere Stärke, die beide zwar aus unterschiedlichen Quellen beziehen, aber doch verbindend als Frauen inne haben. Er lässt auch Raschid, den Hauptprotagonisten der Geschichte nicht ganz als den brutalen, frauenverachtenden Mann da stehen, der er eigentlich ist. Man merkt, zwar nur ganz selten und als Andeutung, aber immerhin, dass er auch menschlich ist und zumindest, wenn es zu seinem Vorteil gereicht, auch einmal seine netten Seiten früherer Jahre hervorrufen kann. Insgesamt ein beeindruckendes Porträt zweier Frauen und eines Landes, das so oft von fremden Gewalten missbraucht und geschädigt wurde, dass es kaum mehr die eigene Kraft hat sich wieder aufzubauen. Doch die Hoffnung, dass dies geschehen wird, besteht nicht nur in dem Autor, sondern auch in seinem Buch, welches er sehr anrührend und doch mit der nötigen Ernsthaftigkeit geschrieben hat.

4 Sterne

Samstag, 6. August 2011

Alles Glück kommt nie - Anna Gavalda


Alles Glück kommt nie - Anna Gavalda

Ein Architekt in den besten Jahren, eine geschickt taktierende Vierzehnjährige, eine Krankenschwester, die das Leben anderer rettet und sich selbst nicht helfen kann, ein hochbegabter und gefährdeter junger Trompeter, ein alter Gaukler mit einer weißen Taube, eine junge Frau, die in der Abenddämmerung Verse von T.S. Eliot rezitiert und über einen Landsitz voller Kinder, Pferde, Hunde und ein Lama gebietet - von diesen und vielen anderen Menschen erzählt Anna Gavalda in ihrem neuen Roman.

FAZIT: Eines ganz vorneweg: Der Schreibstil der Autorin ist schrecklich. Lässt man jedenfalls die letzten hundert bis zweihundert Seiten außen vor. Der plötzliche Wechsel und die anfänglichen Gedankenschnipsel, deren Sinn man nicht wirklich nachvollziehen kann und die einem das Verstehen der Geschichte sehr schwer machen, sind kaum für den Lesegenuss geeignet. Man wird zwar nach reichhaltigen Durchhalten belohnt, das Ende ist wirklich süß geschrieben und man wünscht sich auch gerne wie Kate zu sein, aber bis man dort angekommen ist, ist viel Disziplin gefragt. Ich, die ich noch nie ein Buch, so schlecht es auch war, abgebrochen habe, habe wirklich ernsthaft darüber nachgedacht, dieses Buch nicht weiterzulesen. Am Ende habe ich es doch gemacht und habe ein sehr nettes Ende vorgefunden. Aber wie gesagt: Wer weiß, dass er nicht viel Durchhaltevermögen besitzt, gleich die Finger von diesem Buch. Ansonsten verspricht das Buch mehr, als es halten kann.

3 Sterne

Das Schweigen der Lämmer - Thomas Harris


Das Schweigen der Lämmer - Thomas Harris

Nur ein Mann kann dem FBI noch helfen, den geistesgestörten Frauenmörder "Buffalo Bill" zu finden. Dr. Hannibal Lecter, der wegen einer Reihe von Verbrechen in der geschlossenen abteilung einer psychiatrischen Klinik verwahrt wird. Die junge FBI-Agentin Clarice Starling soll ihn verhören ...

FAZIT: Ein Thriller, der wohl locker an die von Hitchcock herankäme. Fein säuberliche Detektivarbeit, gepaart mit interessanten Aspekten der menschlichen Psyche. Dazu noch einen verrückten Massenmörder, mit einer ganz hirnrissigen Idee und einer jungen Frau, die manchmal mehr Glück als Verstand zu haben scheint. Am Ende weiß man nicht, ob man den zweiten Massenmörder, der im Buch sein Spielchen mit allen und jedem treibt - gemeint ist natürlich Hannibal Lecter - eigentlich noch so unsymphatisch finden soll, wie das nach moralischen Grundsätzen der Fall sein sollte. Und man fragt sich, wie verrückt Menschen sein können und wie unwissend wir eigentlich unser Leben leben.
Übrigens nichts für schwache Mägen. Aber ansonsten sehr zu empfehlen.

4 Sterne

Sonntag, 24. Juli 2011

Samstag, 23. Juli 2011

Angst und Schrecken in Las Vegas - Hunter S. Thompson


Angst und Schrecken in Las Vegas - Hunter S. Thompson

Eigentlich handelt es sich nur um einen journalistischen Auftrag, der Hunter S. Thompson alias Raoul Duke nach Las Vegas führt. Er soll dort in der Wüste über ein Autorennen berichten. Begleitet von seinem Anwalt Dr. Gonzo und ausgerüstet mit jeder nur erdenklichen Droge brechen sie auf zu ihrer Mission, die sich bald in einen wahnwitzigen Horrortrip verwandelt, der ganze Generationen geprägt hat. Die kongeniale Verfilmung mit Johnny Depp und Benicio del Toro ist ein Klassiker der Filmgeschichte.

FAZIT: Auf dieses Buch gestoßen, bin ich, wie könnte es auch anders sein, durch den wirklich unglaublich guten Film "Fear and Loathing in Las Vegas" mit Johnny Depp. Normalerweise lese ich keine Bücher, deren Filme ich als erstes gesehen habe, weil dann meine ganze Fantasie durch Filmszenen zerstört ist, aber da ich ein unglaublicher Johnny-Depp-Fan bin, haben mir die Filmszenen mit ihm, während des Lesens des Buchs kaum etwas ausgemacht. Gesagt soll sein, dass das Buch wohl genauso verrückt ist, wie der Film und man sich manchmal schon fragt, ob das nun alles auf wahren Begebenheiten beruht oder nur Fiktion ist. Danach vergeht einem auf jeden Fall erstmal für ein paar Wochen die Lust am Drogen nehmen (die man natürlich auch sonst nie haben sollte) und man kann einfach nur noch staunen, in welch menschliche Abgründe manche Leute sich begeben können. Das Buch ist einfach geschrieben und leicht und schnell durchzulesen, auch wenn des öfteren (ich denke doch sehr, gewollte) Verwirrung auftritt.
Trotzdem ist es wohl das erste Buch, bei dem ich behaupten würde, dass der Film besser ist und auf jeden Fall vor dem Buch gesehen werden sollte.

3 Sterne

Freitag, 22. Juli 2011

23 Bücher für 0,00 €

Nein, kein Witz und nein, auch nicht gestohlen oder sonst wie illegal entwendet. Rechtmäßig durch Hilfe beim örtlichen Bibliotheksflohmarkt erworben und dank eines halbjährigen Praktikums im letzten Jahr auch noch kostenlos. Ein kleines bisschen verrückt bin ich wohl doch. :)

Der Pate - Mario Puzo
Wahn - Stephen King
Sunset - Stephen King
Ein Hauch von Schnee und Asche - Diana Gabaldon
Das flammende Kreuz - Diana Gabaldon
Alles Glück kommt nie - Anna Gavalda
Der Schatten des WIndes - Carlos Ruiz Zafón
1984 - George Orwell
Antonio im Wunderland - Jan Weiler
Der Geschmack von Apfelkernen - Katharina Hagena
Das letzte Einhorn - Peter S. Beagle
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran - Eric-Emmanuel Schmitt
Dolly Sammelband 1 - Enid Blyton
Dolly Sammelband 4 - Enid Blyton
Dolly Sammelband 5 - Enid Blyton
Im Zwielicht - Lisa J. Smith
In  der Schattenwelt - Lisa J. Smith
Das Schweigen der Lämmer - Thomas Harris
Deutsche Grammatik - Wissen sofort
Wintertanz - Reinhard Krott
Die Farben der Wirklichkeit - Kristiane Allert-Wybranietz
Abseits der Eitelkeiten - Kristiane Allert-Wybranietz
Der ganze Himmel steht uns zur Verfügung - Kristiane Allert-Wybranietz
DVD: Lammbock

Dienstag, 5. Juli 2011

"Alles ist frei, es gibt alles umsonst. Das ist das Geheimnis. 
Nur du bist nicht frei. Du tust, was man dir sagt: Du sitzt auf deinem Platz, bis jemand sagt: "Steh auf." Du rührst dich nicht, bis jemand sagt: "Los."
Vielleicht gefällt's dir so. Es ist einfach. Alles da. Du brauchst dir darüber keine Gedanken zu machen. Du brauchst es nicht einmal zu fühlen. 
Manchmal wundere ich mich, wie es kommt, dass dieser Planet immer noch an meinen Füßen klebt. Sie haben alles Erdenkliche getan mich nicht hochkommen zu lassen ... meine Mum, mein Dad, die Schule. Sie haben mich in Heime mit netten Leuten gesteckt und in Heime mit Widerlingen. Sie haben mir Dinge angetan, über die man nicht einmal sprechen kann. Ich bin okay.
Und wie sieht's mir dir aus?
Das ist Gedankenkontrolle, verstehst du. Du musst in die Schule gehen, du musst die Prüfungen bestehen, auf die Uni oder die Fachoberschule gehen, einen Job kriegen, heiraten, bloß nicht den Anschluss verpassen, tu es jetzt oder du kannst dein Leben in den Ausguss kippen. Yeah. Sobald du geboren wirst, haben sie dich am Wickel. Niemals haben sie dich eine Sekunde deines Lebens einem Risiko ausgesetzt. Wenn du Kinder hast, wird man ihnen sagen, sie müssen eine Plastikmaske tragen und einen Penny in den Schlitz über ihrer Nase stecken, bevor sie einatmen können. 

Willst du noch mehr wissen? Hör zu, ich sag dir alles. Du kannst tun, was du willst. 
Du glaubst mir nicht. Du denkst, die ist total übergeschnappt. Yeah. Ich bin total übergeschnappt - weil ich ich sein will. Und du, was willst du sein? Du willst wie sie sein. Und weißt es noch nicht mal. Ich wette, du hattest noch nicht mal die Chacne es zu wissen. 
Erinnerst du dich, als du klein warst und die Großen sagten zu dir immer: "Du ungezogenes Mädchen, du ungezogener Junge", weil dir was kaputtgegangen war oder du was Falsches gesagt hattest? Sie haben zu dir gesagt: "Du bist ein schlechter Mensch."
Aber das stimmte ja gar nicht, du hast bloß was getan, was schlecht war. Nicht du warst schlecht. Du bist wunderbar. Du bist wunderbar und alles, was du tust, ist wunderbar, weil du es bist, der es tut. So stark bist du. Dz kannst was Schlechtes tun und wissen, dass es schlecht ist, oder du kannst was Gutes machen und wissen, dass es gut ist, aber das hat mir dir nichts zu tun. Du bist immer noch du. 
Glaub mir. Du kannst sein, wer du willst. Sei vorsichtig. Das ist ein Bann, ein Zauber. Hör dir die Worte an. Du kannst alles sein, du kannst alles tun, du kannst alles sein, du kannst alles tun. Hörst du den Zauber?
Du bist alles ... alle, jeder. Was du auch willst. Ich zeig's dir. Solange du innen drin du selber bist, kannst du Dreck fressen und er wird dir gut schmecken, weil du es bist, der das isst. Du kannst denen sogar den Arsch ablecken, wenn es sein muss. Du hörst ihnen zu, den Lehrern, Eltern, Politiker. Sie sagen immer, wenn du stiehlst, bist du ein Dieb, wenn du viel Sex hast, bist du eine Schlampe, wenn du Drogen nimmst, bist du ein Junkie. Sie wollen in deinen Kopf eindringen und dich mit ihrer Angst unter Kontrolle bringen. 
Vielleicht denkst du, deine Mum und dein Dad lieben dich, aber wenn du was Falsches machst, dann versuchen sie dich zum letzten Dreck abzustempeln, genau wie meine versucht haben mich zum letzten Dreck zu machen. Das ist die Strafe dafür, dass du du selbst bist. Spiel nicht ihr Spiel. Nichts kann dir was anhaben, du bleibst schön. 
Ich hab alles getan. Was dir auch einfällt, ich hab's getan. All die Dinge, die du dich nie getraut hast, all die Dinge, von denen du geträumt hast, all die Dinge, auf die du neugierig warst und dann wieder vergessen hast, weil du wusstest, du würdest es nie tun. Ich hab's getan, ich hab's gestern getan, während du noch im Bett lagst. 
Was ist mir dir? Wann legst du los?"

Junk - Melvin Burgess

Junk - Melvin Burgess


Junk - Melvin Burgess

Tar und Gemma wollen zu Hause raus: Tar hat nur Ärger mit seinem trinkenden Vater und Gemma erstickt in Spießigkeit. Sie hauen ab in die Stadt. In Bristol landen sie in der coolen Szene: Partys, gute Leute - und Drogen. Tar und Gemma lassen sich mitziehen, sie sind sicher, dass sie jederzeit aufhören können ...

FAZIT: Ein unglaublich authentisches, wenn auch teilweise klischeehaft anmutendes Buch, das wirklich an die Nieren geht. Der Weg zweier Jugendliche in die Heroinsucht und wie sie versuchen dort wieder rauszukommen. Der Verfall zweier Jugendlicher, die mit ihrem Leben nicht klar können bzw. wollen und einen Ausweg suchen, der am Ende durch Unwissenheit und Verzweiflung in die Drogensucht führt. Durch immer wechselnde Perspektiven wird die Geschichte um Tar und Gemma von allen Seiten beleuchtet und erschließt somit dem Leser eine ganz neue Welt. Am wichtigsten ist die Jugendsprache, die das ganze Buch über aufrecht gehalten wird und den Leser somit sofort in die Drogenszene mit ihren ganzen Gefahren, Wünschen, Ängsten bringt. Es ist ein Buch, über das man auch später noch viel nachdenken wird und das einen selbst tief trifft. Man kann mit den Protagonisten mitfühlenu und fragt sich doch selbst, ob man wirklich genauso gehandelt hätte, obwohl man tief drinnen weiß, dass die Handlungsweisen der beiden nur natürlich und menschlich waren.
Dieses Buch ist auf jeden Fall unbedingt zu empfehlen. Nicht nur für Leute, die in irgendeiner Weise mit Drogen zu tun haben, sondern auch für jeden anderen, ob Jugendlicher oder Erwachsener. Wirklich grandios geschrieben.


4 Sterne

Sonntag, 26. Juni 2011

Leichenraub - Tess Gerritsen


Leichenraub - Tess Gerritsen

Julia Hamill ist schockiert: Stammen doch die menschlichen Gebeine, die sie in ihrem Garten gefunden hat, von einer jungen Frau. Schnell entdeckt die Pathologin Maura Isles, dass sie ermordet wurde - vor ungefähr zweihundert Jahren. Wer ist die junge Tote, wer hat sie so heimlich verscharrt? Julias Neugier führt sie in die Vergangenheit Bostons zur medizinischen Fakultät der Universität. Und zu dem Medizinstudenten Norris Marshall, der hofft, einem gefährlichen Frauenmörder zu stellen - und dabei seine einzige Zeugin in höchste Gefahr bringt ...

FAZIT: Tess Gerritsen gehört definitiv zur Elite der Krimiautoren. Mit ihren teils in der Vergangenheit, teils in der Gegenwart geschriebenen Roman baut sie nicht nur überaus gekonnt Spannung auf, sondern zieht den Leser hinein in einen Kreis der Gefahren, Lügen und Geheimnisse. Sie lässt die Lösung aber nie zu einfach erscheinen, sondern spornt den Leser selbst zum Nachdenken an, so dass einen die Geschichte gar nicht mehr los lässt. Ganz abgesehen davon, dass das Buch so gut geschrieben ist, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Mit vielen deteilgetreuen Beschreibungen ihres eigenen, früheren Handwerks, des Arztberufes erschafft Tess Gerritsen eine authentische Welt, die den Leser vollkommen einfängt. Und selbst am Ende ist man sich nicht wirklich sicher, ob nun alles so ist, wie man es sich selbst zusammengereimt hat. Das war zwar mein erster, aber definitiv nicht mein letzter Roman von Tess Gerritsen. Für eher empfindliche Krimileser nicht so geeignet, dafür aber auch sehr gut als Einsteigerlektüre.

4 Sterne

Freitag, 24. Juni 2011

Das Model - Brigitte Blobel


Das Model - Brigitte Blobel

Als der Modefotograf Nik ausgerechnet an der linkischen Amelie das "gewisse Etwas" entdeckt, macht er der 15-jährigen Hoffnung auf eine Karriere als Cover-Girl. Amelie bereitet sich auf einen Modelwettbewerb vor - und erfährt die ganze Härte des vermeintlichen Traumberufs. Sie muss eine Entscheidung treffen.

FAZIT: Jugendgerecht beschreibt Brigitte Blobel in eindrucksvollen Bilder das Modelbuisness. Dass dieses eigentlich nie so ist, wie die jungen Mädchen sich das vorstellen, wissen die wenigsten. Und dass es vielen Mädchen genauso erging, wie Amelie, ebenso nicht. Es ist auch heute noch der vielleicht am meisten geträumte Traum aller Mädchen: Model werden. Und doch platzt dieser Traum meistens ziemlich unsanft. Mit gut gewählten und flüssig zu lesenden Sätzen ist dieses Buch auf jeden Fall all denen Teenagern zu empfehlen, die immer noch davon träumen Model zu werden. Zwar fehlen an ein, zwei Stellen ein bisschen die erklärten Übergänge, aber haben diese für die Hauptmessage des Buches auch nicht so viel Relevanz. Alles in allem ein Buch, dass man jungen Mädchen weiterschenken könnte.

2 Sterne

Mittwoch, 22. Juni 2011

Es muss nicht immer Kaviar sein - Johannes Mario Simmel


Es muss nicht immer Kaviar sein - Johannes Mario Simmel

Die tolldreisten Abenteuer und auserlesenen Kochrezepte des Geheimagenten Thomas Lieven. Er hat zwei Schwächen, dieser Geheimagent wider Willen: die Frauen und das Kochen.
Durch die Jahre des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit, durch eine Zeit voll Hass und Fanatismus, Lüge und Verrat geht unbeirrbar und unbesiegbar ein Mann, im Herzen die philosophische Erkenntnis: Es muss nicht immer Kaviar sein.

FAZIT: Simmel hat mal wieder ein Meisterwerk der unterhaltenden Lektüre geschaffen. Mit über 100 eingestreuten Kochrezepten, die nicht nur lecker klingen, sondern auch durchaus zum Nachkochen anregen, erzählt er hier die Geschichte eines ungewollterweise zum Geheimagenten geratenen Mannes. Mit viel Einfallsreichtum, Witz und Charme schlägt er all den vielen Geheimdiensten der Welt ein Schnippchen und schafft es immer wieder sich aus den unterschiedlichsten, auswegslos erscheinenden, Situationen herauszuschlagen. Ein Epos über die "Geheimagenterei", das man nur jedem empfehlen kann.

5 Sterne

Dienstag, 21. Juni 2011

Sommerstücke - Garrison Keillor


Sommerstücke - Garrison Keillor

Rachel spielt begeistert Geige und ist verliebt in Scott, den bestaussehenden Jungen auf Erden. Der spielt Cello und teilt ihre Leidenschaft für die Musik. anders als ihre Freundin Carol, die seit neuestem ständig mit ihrem Softball-Team auf Achse ist. Und trotzdem vermisst Rachel die vertrauten Gespräche mit ihr. Gerne wäre sie so normal wie Carol, denn mit ihrer Liebe für Bach und Mozart fällt sie auf. Doch im Laufe eines langen Sommers findet Rachel heraus, wer und was ihr eigentlich wichtig ist, egal was die anderen davon halten.

FAZIT: Ein wirklich netter Jugendroman, der für heiße Sommertage in der Sonne liegend sehr geeignet ist. Sehr einfach und doch authentisch geschrieben, überzeugt die Autorin mit einer Geschichte über ein junges Mädchen, das erst noch lernen muss, dass die Meinungen der Anderen nicht so wichtig sind, solange man mit sich, seiner Familie und seinen Zielen im Reinen ist. Mit lieb gezeichneten Figuren besticht das Buch mit einem ganz eigenen Charme und beschert dem Leser ein paar nette Stunden, in denen man alles um sich herum vergisst und in diese heile Welt eintaucht. Auch die klassische Musik kommt nicht zu kurz, ihre Ausübung wird sogar so lebhaft beschrieben, dass sich der instrumentenkundige Leser sofort an das seinige wünscht, um ein paar Takte zu spielen.  Ein sehr jugendlich gehaltener Roman und deswegen auch eher nur für diese Altersgruppe zu empfehlen. 

3 Sterne

Samstag, 18. Juni 2011

Heißer Sommer - Uwe Timm


Heißer Sommer - Uwe Timm

"Heißer Sommer" ist eines der wenigen literarischen Zeugnisse der Studentenrevolte. Heute, dreißig Jahre danach, ist das Buch selbst ein Stück Geschichte, das uneingeholte politische Erwartungen wachhält und die Atmosphäre eines bewegenden historischen Moments mit all seinen Spannungen, Aufbrüchen, beschleunigten Entwicklungen unvergessen macht.

FAZIT: Ein sehr wirr geschriebenes und langatmiges Buch. Uwe Timm baut sehr oft Zitate aus damals aktuellen Büchern, Flugschriften oder von Philosophen mit ein, die das lesen erschweren und auch intellektuell einen hohen Wissensgrad erfordern. Von der Studentenrevolte an sich, habe ich mir eigentlich etwas mehr gewünscht und doch wird es durch die Ich-Perspektive des Protagonisten und seine Handlungen dem Leser ganz gut näher gebracht. Man weiß am Ende auch nicht wirklich, wie die Geschichte an sich ausgegangen ist oder wo überhaupt das Problem des Protagonisten liegt, das ihn dann auch das gesamte Buch lang herumtreibt. In der Struktur des Buches hat Uwe Timm seine "Montagetechnik" aufs Höchste präzesiert, was die zusammengestückelte Atmosphäre noch erheblich anhebt. Ich habe mich fast durch das gesamte Buch gequält und war froh, als ich es endlich fertig gelesen hatte. Alles in allem ein Buch, das ich nicht unbedingt empfehlen würde, nur für hart gesottene Timm-Fans.

1 Sterne

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