"Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seelen derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben."

Dienstag, 25. Mai 2010

Die Tore der Welt - Ken Follett


Die Tore der Welt - Ken Follett

An einem schicksalhaften Tag im Jahre 1327 beobachten vier Kinder im Wald von Kingsbrigde eine Gewalttat. Merthin, ein Nachfahre des berühmten Jack Builder, der die Kathedrale von Kingsbrigde gebaut hat, sein Bruder Ralph, der schon in seiner Kindheit einen Hang zur Brutalität hegt, außerdem Caris, die Tochter eines wohlhabenden Wollhändlers, deren größter Traum es ist, Ärztin zu werden. Und Gwenda, die sich gegen ihr Leben in Armut und Unfreiheit aufbäumen will.
Viele Jahre später, an einem schwarzen Tag für Kingsbridge, stehen alle vier an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Gwenda, die sich unsterblich in einem Jungen aus ihrem Dorf, Wulfric, verliebt hat, hofft durch einen Trank seine Zugneigung zu gewinnen. Caris ist zur rechten Hand ihres Vaters geworden und führt mit ihm seinen Wollhandel. Merthin, der Lehrjunge des Zimmermanns Elfric, schwört sich, irgendwann den höchsten Turm Englands zu bauen. Und Ralph ist Junker bei dem Grafen von Shiring.
Im Laufe des Buches kann man verfolgen, wie die vier ihre Träume zu verwirklichen suchen. Sie müssen mit vielen Schicksalschlägen kämpfen, sei es einem unbarmherzigen Vater, unehrlicher und intriganter Klerus, ein von Rachsucht beherrschter Meister, eine herrische Gräfin oder der Schwarze Tod. Sie werden viele Niederlagen einstecken und einer von ihnen wird grausame Taten verüben. Die Liebe zweier von ihnen wird schwer auf die Probe gestellt und doch geben sie die Hoffnung nicht auf, dass jeder irgendwann seinen Traum erfüllen kann.

FAZIT: Ken Follett hat mit seinen beiden Büchern (Die Säulen der Erde und Die Tore der Welt) zwei Meisterwerke geschaffen, wie sie besser nicht sein könnten. Auch in Die Tore der Welt glänzt er wieder durch hintergründige Recherchen und brilliant eingeflochtene historische Tatsachen. Mit seiner wunderbar einfachen, aber doch nicht zu banal klingenden Schreibweise lesen sich die über 1200 Seiten flüssig durch und am Ende des Buches schlägt man wehmütig die letzte Seite um und wünschte sich, es gehe noch weiter. Dem Leser wird der Schrecken, den die Pest verursacht, mit unbarmherziger Kälte vor Augen geführt, doch gleichzeitig hat Ken Follett in diesem Buch sehr viel Augenmerk auf die sexuellen Bedürfnisse seiner Charaktere gelegt, deren Ausübung man sehr detailreich nachlesen kann ;).
Es ist zwar die Fortführung von Die Säulen der Erde, da auch einige Charaktere Nachfahren dieser Personen sind, aber man muss das erste Buch nicht gelesen haben, um das Buch zu verstehen. Es ist ein in sich geschlossener, großartiger Roman, den man besten Gewissens empfehlen kann.

5 Sterne

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